In einem Missbrauchsprozess um eine arrangierte Ehe mit einem zwölfjährigen Kind hat das Landgericht Essen einen 31-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Der Angeklagte wurde der Beihilfe zum schweren sexuellen Kindesmissbrauch in 18 Fällen schuldig gesprochen, wie ein Gerichtssprecher in der nordrhein-westfälischen Stadt am Dienstag zu dem bereits vergangene Woche verkündeten Urteil mitteilte. Die nach islamischen Recht geschlossene Ehe soll unter anderem von dem Angeklagten arrangiert worden sein. Wie unter anderem der WDR berichtete (verlinkt auf https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/prozess-kinderehe-syrien-essen-100.html) , stammte die damals 12-jährige „Braut“ aus Syrien, wo auch die Verlobungsfeier mit einem 20 Jahre alten Syrer mit Wohnsitz in Essen stattfand. Das ungleiche Paar wurden dann im Dezember 2021 nach islamischen Recht verheiratet, der Mann nahm das Kind anschließend mit nach Deutschland. Der 31-Jährige habe, so befand das Gericht nun, die illegale Hochzeit der Zwölfjährigen mit dem inzwischen 24-Jährigen auch finanziert. Laut Anklage unterstützte er damit die späteren Missbrauchstaten. Zwischen Dezember 2021 und Ende April 2023 kam es laut Anklage mehrfach gegen den Willen des Kindes und unter Gewaltanwendung zu sexuellem Missbrauch sowie zu entsprechenden Versuchen. Das Mädchen hatte sich laut WDR einer Betreuerin anvertraut, so dass der Fall publik wurde. Der junge Mann aus Essen – ihr Bräutigam – wurde deshalb schon im Sommer zu fünfeinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt. Das Urteil gegen den 31-Jährigen fiel bereits vergangenen Donnerstag.